Das Modul 

Das
Modul aus Deutschland ist eines der wenigen Techno-Combos, die keine
Eintagsfliegen sind. Mit ihrem Album "Musik mit Hertz" hatten
sie zwei Top-Ten-Hits gelandet, die Debutsingle "Computerliebe"
und die nachfolgende, nicht minder erfolgreiche "Kleine Maus".
In der Schweiz traten sie das erste Mal anlässlich des KV-Festes 1995 auf,
Biwidus machte darüber einen der ersten Berichte.
Nachdem es dann ein paar Monate lang still geworden war um die beiden
Soundtüftler und ihre süsse Sängerin, gelangten sie vor einiger Zeit
mit dem Hit "Robby Roboter" in die Charts. Es war zwar nur ein
Achtungserfolg, aber sie bewiesen mit der CD "Urlaub auf der M.S.
DOS", dass sie mehr als nur eine Kommerzproduktion sind.
Das
Modul, das sind Felix Gauder und Roberto Bossi. Sie haben ein
Erfolgsrezept, das sie aller Belächelung zum Trotz weiterziehen. Sie
spielen zwar ganz kommunen Techno, wenns um die Musik geht. Sie ist heute
härter als viele andere, steht aber durchaus in der Tradition von
Kommerzbands wie Dune und Scooter. Besonders am Modul sind aber die Texte.
Das Modul sieht sich in der direkten Nachfolge der deutschen Kultband
Kraftwerk. Ihre Texte widerspiegeln ihre eigene Welt, karikieren sie sogar
bisweilen. Oft sind sie von einer überwältigenden Ironie, immer aber
handeln sie von einer Techno- und Computerwelt.
Ihr
Song "Computermenschen" vom ersten Album war Programm. Songs wie
"Kleine Maus, ich klick dich an, durch die Datenautobahn" und
"1101101, heisst ich liebe dich, ich möchte bei dir sein"
sprachen Bände. Texte aus Liebesliedern wie "Computerliebe"
sind immer der Computersprache entlehnt. So ist auch auf der aktuellen
Scheibe der Hit "Robby Roboter" eine Liebeserklärung in binärem
Code. Und so geht es weiter. Auch der Titel "Frühlingsgefühle"
vereint das Genre des Liebessongs und Computerausdrücke. Verschiedene
Remixes ergänzen das modulare Menu. Besonders gelungen ist der
"Springtime City Mix".
Alles
in allem ist die CD eine abgerundete Hommage an den Computersound. Und vor
allem wahnsinnig lustig. Sowohl "Gabi", als auch "Surfen"
(eine Surfsound-Verarschung a la Beach Boys) sind umwerfend amüsant und
zeigen, dass das Modul trotz des Erfolges seine Eigenheit und Frechheit
behalten hat. Und schliesslich ist das das wichtigste in der heutigen
Musik. Vor allem, wenn ich Gabi Felders Hitparade höre, bin ich froh,
gibt es Bands wie "The Prodigy" und "Das Modul".
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