| Hausaufgaben
(fra JUMA 3/2000)
Kaum ein Schüler, der nicht darüber stöhnt: Hausaufgaben. Sie dienen der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, so steht es im deutschen Schulrecht. Dort steht auch: die Lehrer dürfen Hausaufgaben nicht zensieren oder als Strafarbeiten aufgeben, und die maximalen Arbeitszeiten für die Aufgaben sind bis zur 10. Klasse geregelt. Doch wie sinnvoll sind Hausaufgaben überhaupt? JUMA hat darüber mit Schülern und Lehrern gesprochen.
Die Gymnasien sind selten
Ganztagsschulen:
nach der sechsten Stunde ist meistens Schulschluss. Der Nach-mittag ist
frei - oder er gehört den Hausaufgaben. Die sollen von der 7. bis zur
10. Klasse täglich nicht länger als zwei Stunden dauern. Daran halten
sich jedoch nicht alle Lehrer. Pech auch für die Schüler der
Sekundarstufe 2. Für sie gilt nur eine Regel:
An der Gesamtschule
der Stadt Brühl
gehen die Schüler an drei Tagen den ganzen Tag in die Schule. Hier geht
man anders mit den Hausaufgaben um. Die Schüler erhalten sie wöchentlich.
Die Aufgaben hängen auf einem Wochenplan übersichtlich in jedem
Klassenzimmer aus. Einen Teil können die Schüler in der Schule
erledigen. Dafür gibt es zwei Arbeitsstunden am Nachmittag, die von
einem Lehrer betreut werden. Schulleiterin Margarethe H. (48) erklärt
das Konzept: "Für uns sind Hausaufgaben ein Mittel, Schüler zum
selbstständigen, aktiven Lernen zu erziehen. Wir wollen nicht, dass Schüler
irgendwelche Übungsaufgaben aus dem Buch machen und uns fragen, ob es
richtig oder falsch ist. Sie sollen lernen sich selber zu helfen.“
Dazu gehört es auch, sich selbstständig Material zu besorgen,
Recherchen im Internet zu machen oder andere Informationsquellen
auszuwerten. Außerdem kann jeder Schüler freiwillig mehr Aufgaben
machen und dadurch seine Noten verbessern. Hausaufgaben als Chance?
Sebastian (16) berichtet von seinen Erfahrungen: "Früher habe ich
meine Hausaufgaben oft nicht gemacht. Meine Noten waren schlecht und zu
Hause gab es Ärger. Irgendwann habe ich es dann eingesehen. Durch
Hausaufgaben lernt man mehr und viele Aufgaben kommen in den Klassenarbeiten
vor.“ Und Tamara (15)? "Ich hatte in der Grundschule einen sehr
strengen Lehrer, der hat uns immer sehr viele Hausaufgaben aufgegeben.
Damals fand ich, dass es zuviel war. Heute bin froh, dass ich es gemacht
habe. Es hat mich vorangebracht.“
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