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Der kleine Mozart   Zweiter Teil 

 
 

Aber plötzlich lachte der Vater nicht mehr. Er war darauf aufmerksam geworden, dass in der

Komposition trotz allem eine gewisse Ordnung herrschte.

-Schauen Sie mal hier, sagte er seinem Kollegen.  -Das hier hat er ganz richtig gemacht!

Der Kollege brummte etwas. Einen stolzen Vater beledigt (1) man nicht.

- Aber, sagte der Vater zu Wolfgang. - Ich verstehe, dass man das nicht so ohne weiteres spielen

kann, das ist zu schwer.

- Doch, wenn man  übt, bis man richtig trifft. Es ist ja ein Konzert, und das muss man nicht

schon beim ersten Mal korrekt spielen können.  

Das Üben betrachtete Wolfgang als ein Spiel.

Der Vater lehrte ihn Klavier- und Geigenspielen . Er machte grope Fortschritte und war, was man

wohl heute als ein musikalisches Wunderkind (2)  bezeichnen würde.  

 

1762 fuhr der Vater mit Wolfgang und der Schwester Nannerl von Salzbrug nach Wien. Sie hatten

ihre eigene Pferdekutsche.(3)   Alles Gepäck war auf dem Dach, darunter auch ein ganz kleines

Klavier. Das Klavier wurde jeden Abend runtergenommen, denn in dem Gasthof, wo sie

übernachteten, mußten Wolfgang und Nannerl (die auch sehr musikalisch war)  üben und

auftreten.

Eine Reise von Salzburg nach Wien dauert heute wenige Stunden. Aber mit einer Pferdekutsche

und mit vielen Aufenthälten  (4) vergingen etwa zwei Wochen. Sicher eine anstrengende Fahrt,

denn die Wege waren schlecht und die Wagen auch.  

Endlich war die kleine Familie in Wien. Dort hatte es sich schon längst herumgesprochen (5) ,  dass

ein musikalisches Wunderkind auf dem Weg war, und die Wiener konnten kaum (6)  darauf warten,

den kleinen Wolfgang und seine Schwester zu hören.

Das Allerbeste war jedoch, daß Wolfang zum Schloß eingeladen wurde, um dort vor der Kaiserin,

Maria Theresia zu spielen. Er trug die schönsten seidenen (7) Kleider mit Perücke und

Lackschuhen. Leider waren diese Schuhe zu glatt oder der Fußboden war zu glatt - auf jeden

Fall rutschte der kleine Wolfgang und fiel auf den Fußboden, eben als er die hohen Herrschaften

begrüßen sollte,                              

Eine von den Prinzessinnen kam gleich gelaufen.

-Tust du dir weh?

-Nein, gar nicht, antwortete Wolfgang. Aber du bist so gut!   Ich denke, ich werde dich heiraten....

Die Prinzessin (Maria Antoinette hiess sie, später wurde sie die Königin von Frankreich)   amüsierte (8)

sich über den Heiratsantrag. (9)  Ihr gefiel der kleine Musikant, und der Kaiserin auch.

- Ich mag Euch, sagte Wolfgang zu Ihrer Kaiserlichen Majestät.

- Wie willst du mir das beweisen ? fragte sie.

- Ehe es die Hofdamen verhindern konnten, war er auf den Schoss der Kaiserin gesprungen, hatte

sie umarmt und ihr einen Kuss auf den Mund gegeben.

Maria Theresa lachte herzlich. An so viel Natürlichkeit war sie nicht gewöhnt.  (10)

Später hörten die Kaiserin, die Prinzessinnen und der ganze Hof sein Klavierspiel an, und sie

staunten sehr, wie alle anderen in Wien, die den nur 6-jährigen spielen hörten.

 

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