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Die
Schweiz ist teuer
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Das ist
teilweise richtig. Die Preise für Grundnahrungsmittel sind
wesentlich höher als anderswo (1 Liter Milch 1,25 €, 1 kg
Mehl 1,15 €), weil die Landwirtschaft direkter unterstützt
wird. Dafür sind die Steuern niedriger.
Teuer ist
aber alles, was Touristen zu bezahlen haben. Die anderen
Sachen, wie Möbel, Klamotten, Autos, Computer usw. sind
ähnlich.
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Das
Lohnniveau in der Schweiz ist hoch
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Das stimmt
nur, wenn man die ausbezahlte Summe in z.B. DM umrechnet.
Anders als in Deutschland erhält man aber nicht den Nettolohn,
sondern muss vom Lohn noch Steuern bezahlen und sich privat
versichern. Außerdem beträgt die Arbeitszeit in der Schweiz
45 Stunden pro Woche bei 20 Tagen Urlaub im Jahr.
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Schweizer
fahren viel mit der Bahn
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Das
stimmt.
Die Voraussetzungen dazu sind auch gut. Es gibt 5 200 km
Bahnlinien (alles elektrisch) gegenüber 1 600 km Autobahnen,
und sehr viele Schweizer haben ein Halbtaxabo, mit dem sie zum
halben Preis ein Jahr Bahnfahren können, oder gar ein
Generalabonnement, das auch für Busse und Schiffe gilt. Die
Bahn fährt auf meist eingleisigen Strecken auch in recht
abgelegene Winkel, und dann gibt es ja noch die Überlandbusse.
Die Metropolen werden mit Intercity im Stundentakt verbunden.
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Die
Schweiz hat schöne Straßen
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Das stimmt
teilweise. Man muss bedenken, dass die Straßen oft durch
schwieriges Gelände führen, großen Witterungseinflüssen
ausgesetzt und oft schneebedeckt sind. Die 1 600 km Autobahnen
(120 km/h) sind recht ordentlich, 18 300 km Landstraßen (80
km/h) sind vor allem oft Landschaftlich schön, und die 51 200
km Gemeindestraßen (50 km/h) sind durchwachsen, wie anderswo
auch.
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Die
Schweizer nehmen alles sehr genau
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Das trifft
praktisch nur auf die Deutschschweizer zu, die in allem noch
ein bisschen deutscher als die alten Preußen sind. Die
Romands haben eine wesentlich lockerere Einstellung zu den
allgemeinen Dingen des Lebens, im Besonderen gegenüber
Vorschriften.
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Die
Schweizer wählen jede Woche
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Nicht
gerade jede Woche, aber sicher jeden Monat. Das System ist so:
eine politische Gruppe denkt sich ein Thema aus und rührt die
Werbetrommel für eine Unterschriftenkampagne. Wenn abgestimmt
wird, nehmen die Deutschschweizer eine Position ein, die
Westschweizer die andere. Nach der Abstimmung sind die
Westschweizer sauer, weil sie verloren haben. Darum bekommen
sie manchmal Geschenke. Wird in der Deutschschweiz ein
Alpentunnel geplant, wird auch in der Westschweiz gebohrt,
zumindest eine eingleisige Strecke. Streicht die Swissair Flüge
von Genf, gibt es anderswo ein Zugeständnis usw.
Übrigens
haben die Schweizer vor Jahren darüber abgestimmt, die Höchstgeschwindigkeit
auf den Autobahnen von 130 auf 120 km/h zu reduzieren. Die
Deutschschweizer waren für 120. Wenn heute ein Westschweizer
von einem Deutschschweizer überholt wird, hat das hämische
Kommentare zur Folge.
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Schweizer
Politiker haben nichts zu sagen
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Sie haben
schon was zu sagen, aber sie müssen ihre Entscheidungen dem
Volk geschickt verkaufen, damit dies bei der Wahl zustimmt.
Vor allem müssen sie unbeliebte Gesetzesänderungen möglichst
geschickt mit populären Entscheidungen kombinieren.
So wurde
die Einführung der Mehrwertsteuer so geschickt verpackt, dass
die Schweizer erst hinterher merkten, dass diese nicht nur für
Waren, sondern auch für Dienstleistungen gilt und erst noch höher
war als die alte Warenumsatzsteuer.
Der
Beitritt zur EU zum Beispiel wird so lange in Abständen von 2
bis 3 Jahren zur Abstimmung gebracht werden, bis auch die
Deutschschweizer zustimmen. Vielleicht sind dann die Romands
aus Prinzip dagegen...
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Schweizer
sind Schmalspurliebhaber
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Das
stimmt.
Es gibt so viele Schmalspur- Eisenbahnen wie in sonst kaum
einem Land. Bedingt durch die Topographie sind auch die
Autostraßen schmäler als anderswo, und in breite Straßen
werden extra Verengungen eingebaut, damit man nicht aus der Übung
kommt. Es ist halt alles ein - zwei Nummern kleiner als
anderswo.
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Schweizer
sind stur
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Das gilt
insoweit, dass sie ihren Standpunkt klar vertreten und sich
nicht so leicht weich klopfen lassen. Ansonsten sind Schweizer
gesellig, lieben Straßenfeste und eine intakte
Dorfgemeinschaft. Sie laden gerne Freunde zum Feiern ein und
geben sich sehr gastfreundlich.
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Die
Schweiz ist eine Armee
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Das mag
stimmen. Die Armee ist so strukturiert, das die Schweizer Männer
nach einer kurzen Grundausbildung mit 20 bis zum 42.
Lebensjahr jährlich für ein paar Wochen an militärischen Übungen
teilnehmen. In dieser Zeit gelten sie als Reservisten und
haben ihre Waffen und sonstige Ausrüstung bei sich zu Hause.
Übrigens ist die Schweizer Armee rein defensiv.
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Die
Zivilisten verteidigen die Armee
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Das geht
zurück auf General Guisan. Im Zweiten Weltkrieg erdachte er
die Strategie der "Redoute". Die Armee zog sich in
die Alpen zurück und erklärte den potentiellen Angreifern
einen lang anhaltenden Partisanenkampf, sollten sie versuchen,
die Schweiz einzunehmen.
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