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INTERVIEW    (aus: Jetzt Online,  Goethe-Institut)
SARA@TIC TAC TWO

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DIE MELDUNG VERWIRRTE: ANFANG DES JAHRES GING DAS GERÜCHT UM, DASS TIC TAC TWO WIEDER TIC TAC TOE SEIEN. ALS NACHFOLGERIN VON RICKY WURDE EIN 20JÄHRIGES MÄDCHEN NAMENS SARA GEHANDELT. WAS IST DRAN? ZUM INTERVIEW KAMEN SIE SCHON MAL ZU DRITT.


Jazzy und Lee, man hat lange nichts von euch gehört. Was habt ihr ein ganzes Jahr lang gemacht?
Lee: Jazzy ist umgezogen, hat Urlaub gemacht und musste auch noch ins Krankenhaus. Aber dass sie Krebs hatte, wie es immer hieß, stimmt nicht. Ehrlich nicht.
Jazzy: Meine Haare sind weg, weil ich mir den Schädel rasiert habe.
Lee: Ich bin für eine Weile in die Karibik gefahren, um nach meinen Wurzeln zu forschen. Mein Vater ist auf der Insel St. Vincent geboren und ich habe dort herausgefunden, dass mein Ururgroßvater Chinese war. Jetzt verstehe ich endlich, warum ich so auf Bruce-Lee- und Jackie-Chan-Filme abfahre.
Die Pause scheint euch gut getan zu haben. Ihr wirkt gut ausgeruht.
Jazzy: Es gibt da einen indianische Weisheit: Ein Indianer fährt mit einem Weißen im Auto und plötzlich sagt der Indianer: "Du bist zu schnell. Halt mal kurz an. Meine Seele muss nachkommen." So ging es uns auch. Wir hatten keine Zeit, irgendwas zu verarbeiten und unsere Seelen kamen nicht mehr mit. Hätten wir keine Pause gemacht, dann hätten wir nie wieder arbeiten können.
Schön. Und was macht nun Sara hier?
Lee: Bald erscheint die Single von Sara, auf der wir mitrappen. Das ganze heißt dann Sara@TicTacTwo.
Sara, kannst du uns eine Kostprobe geben?
Sara: (singt) Ich glaub's ja selber nicht, aber ich will dich nie wieder küssen, denn ich will dich nie wieder vermissen.
Klingt original nach Tic Tac Toe.
Lee: Diesmal singen wir das Märchen vom Froschkönig. Nur dass man im wirklichen Leben sehr viele Frösche küssen muss, bis man einen Prinzen erwischt. Ganz romantisches Lied.
Jazzy: Und es gibt keine Schimpfwörter. Wir wollen in unserer Karriere ja nicht alle Schimpfwörter durchbringen, die es in der deutschen Sprache gibt.
Sara, wie hast du Lee und Jazzy überhaupt kennen gelernt?
Sara: Ich habe auf den Anrufbeantworter von Claudia (Wohlfromm, die Managerin von TicTacToe) ein Lied gesungen. Einen Tag später war ich dabei.
Was hast du gesungen?
Sara: "Yesterday" von den Beatles.
Hört sich ein bisschen an wie im Märchen, die Geschichte mit dem Anrufbeantworter. Vor allem nicht ganz neu.
Sara: Ist aber wahr. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen und ich merke oft, dass ich das alles noch nicht so ganz begreife.
Hast du nicht Angst, dass alles ein Albtraum werden könnte, weil du auf ein sinkendes Schiff aufspringst?
Sara: Es wird bestimmt kein Albtraum. Weil das Schiff nicht sinkt, sondern erst richtig in Fahrt kommt.
Lee: Man fühlt sich, als ob man nochmal ganz von vorne anfängt.
Vielen Leuten wird das neue Lied ziemlich egal sein. Die werden nur auf einen neuen Skandal von euch warten.
Lee: Dann lass sie warten. Klar gibt es Leute, die nur auf Skandale aus sind und sich wieder auf die Suche machen werden. Aber sie werden nichts finden.




Jazzy: Die ersten sagen schon: Mal schauen, wie lange die Weste von Sara noch weiß bleibt.
Überall wurde gesagt: Tic Tac Toe jetzt wieder zu dritt. Sollte das Gerücht euch wieder Publicity bringen?
Jazzy: Nein, wir haben das auch gar nicht in die Welt gesetzt. Sara ist eigentlich Solistin, wir sind ein Duo und wenn das alles schön ist, dann kann das auch mal ein Trio sein.
Lee: Oder ein Viero oder ein Fünfo.
Jazzy: Das wäre ein Quartett, Schätzchen und bei fünf Leuten weiß ich es dann auch nicht mehr. Es wird auf jeden Fall total schön.
Sara: Es fühlt sich auch total schön an.
Lee: Das Gefühl ist einfach geil.
Habt ihr nicht manchmal Lust, Ricky anzurufen und einfach zu fragen, wie's ihr geht?
Lee: Wir haben uns viel mit der Vergangenheit beschäftigt. Drei Jahre der besten Zeit unseres Lebens, der erfolgreichste Punkt, das kann man nicht einfach vergessen. Und das will ich auch gar nicht. Damals waren wir sauer - jeder war wahrscheinlich sauer -, aber jetzt sehen wir das so, dass es wohl so sein sollte und dass alles seinen Grund hatte. Wenn ich Ricky sehe, dann tut das auch noch weh. Aber jetzt gehen wir nach vorne.
Jazzy: Es wird von uns beiden nie ein negatives Wort über die Zeit von Tic Tac Toe geben. Niemals. Aber wenn man sich für einen Weg entschieden hat, dann muss man auch in diese Richtung weitergehen. Es ist nicht an uns, jetzt noch was zu tun, weil wir alles versucht haben. Und irgendwann ist dann Schluss.
Die berühmte Pressekonferenz...
Jazzy: Wir haben Schwäche gezeigt, obwohl man eigentlich Stärke zeigen muss. Wenn alle verstanden hätten, was wir durchgemacht haben, dann hätte sich auf dieser Pressekonferenz niemand gewundert. Das war pure Emotion. Ich mach' doch sowas nicht, weil ich eine Show abziehen will. Da verliere ich doch nur mit. Und wenn ich das alles nur wegen Kohle gemacht hätte, dann hätte ich mich doch zusammengerissen, damit alles so bleibt, wie es war. Ab dem Zeitpunkt wäre es nur noch um Geld gegangen. Aber darum geht's nicht.
Aber worum ging es dann?
Lee: Zu diesem Zeitpunkt ging es eigentlich nur noch um uns. Wir hatten uns nie als Popstars gesehen. Dass wir es aber doch sind, mussten wir erst mal erkennen und verarbeiten. Mir wurde klar, dass ich gar nicht auf ein Podium gehoben werden möchte, um Wahrheiten zu verkünden. Du hast auf einmal diese absolute Macht. Und diese Macht ist es, die einem Angst macht. Dabei wollte ich immer so normal bleiben wie möglich. Aber dass das vielleicht nicht geht, habe ich erst im letzten Jahr erkannt.
Jazzy: Wir waren auch nie so stark, wie uns die Leute gesehen haben. Dass wir mal weinen und zusammenbrechen und einfach nicht mehr können - das glauben einem die Leute dann nicht mehr. Weil sie irgendwann aufhören, daran zu denken, dass du auch nur ein stinknormaler Mensch bist.
JULIA DECKER